Eine Führung mit spontanem Ausgang

Eine besonders ereignisreiche und lehreiche Führung mit einigen spontanen Aktionen und viel guter Laune ergab sich für uns Ende Februar. Zu Besuch war eine kleine Gruppe von Abiturientinnen, die für ihre Facharbeit das Thema "Blindheit" gewählt hatten. Begleitet wurden diese von einer ehemaligen Rehabilitandin des Berufsförderungswerkes, welche die Schülerinnen auf unsere Sensorische Welt aufmerksam gemacht hatte. Alle hatten viel Zeit und Neugierde mitgebracht und so ergab sich eine Führung, in der nicht nur vieles angefasst und ausgetestet wurde, sondern in welcher die Abiturientinnen vor allem an den Erfahrungen und Erlebnissen der Rehabilitandin teilhaben konnten.

Passend zum Thema ihrer Facharbeit erhielten die Besucherinnen eine Einführung in die Ursachen und Symptome verschiedener Augenkrankheiten und Farbsinnesstörungen und wurden über unterschiedliche Hilfsmittel für die Betroffenen aufgeklärt. Die Führung sollte aber natürlich nicht nur theoretischer Natur sein. Es galt kleine Aufgaben und Übungen unter Verwendung verschiedener Arbeitsmittel durchzuführen, die Sehbehinderungen und Farbfehlsichtigkeiten simulieren. Ziel der Übungen war es, die Auswirkungen der Sehbehinderungen realitätsnah erleben zu können. Dazu gehörte ebenfalls der Gang durch einen vollkommen abgedunkelten Orientierungsraum. An diesem Tag erhielten unsere Besucherinnen zusätzlich die eigentlich ganz alltägliche Aufgabe, einen Briefkasten zu finden und Post darin einzuwerfen. Auf dem Weg dahin hatten sie viel Zeit um sich zu verirren, gegen Wände zu laufen und die Orientierung zu verlieren. Auch die unterschiedlichen Hilfsmittel wurden auf ihre Alltagstauglichkeit getestet, wie zum Beispiel der Füllstandsanzeiger, der sehbehinderten Menschen das Befüllen eines Glases mit Flüssigkeit erleichtern soll.
Füllstandsanzeiger

Besonders gefreut haben wir uns über die Anwesenheit der ehemaligen Rehabilitandin, die durch ihre persönlichen Erfahrungen und spontanen Ideen die Führung vielfach bereichert hat. Natürlich trug auch die Schülergruppe, die äußert aufgeschlossen und interessiert war und bei der die Ideen auf fruchtbaren Boden stießen, einiges dazu bei. So kam es, dass auf die Bemühungen der Rehabilitandin hin, ein "blindes" Mittagessen in der BFW-Kantine eingenommen wurde. Die Abiturientinnen wurden mit Augenmasken und Blindenstöcken ausgestattet und in unserer Begleitung zur Kantine geführt. Dort erfuhren sie, wie Essen schmeckt und eingenommen wird wenn man nichts sieht. Danach konnte der Blindenführhund bestaunt werden, der gerade "Mittagspause" machte. Zu guter Letzt wurden die Schülerinnen von der Rehabilitandin noch durch den Bereich für Elektronische Hilfsmittel im BFW geführt.

Insgesamt war der Tag auch für uns sehr ereignisreich und hat uns viel Freude bereitet. Wir sind gespannt auf viele weitere tolle Tage!