Auszubildende tauschen die Rollen

August 2017 - Bereits zum fünften Mal starteten die Paul-Riebeck-Stiftung und die KSB-Aktiengesellschaft ihren „Azubi-Austausch“ und legten dabei auch einen Zwischenstopp in der Sensorischen Welt ein.

Bei dem Kooperationsprojekt tauschen jeweils drei Auszubildende die Unternehmen. Für 14 Tage probieren sich die angehenden Pflegekräfte in den handwerklichen und elektronischen Bereichen der Pumpenwerke, während die Zerspanungsmechaniker in die Aufgabenfelder und Tätigkeiten der Altenpflege und Behindertenhilfe hineinschnuppern.

Ziel des Projektes ist es, neue Berufsfelder kennenzulernen, Berührungsängste abzubauen und neue Ideen mitzunehmen. Einen wahren „Sinneswandel“ konnten die sechs Azubis während eines gemeinsamen Ausfluges in die Sensorische Welt erleben. Dabei setzten sich nicht nur mit dem Thema Blindheit und Sehbehinderung auseinander, sie wurden auch animiert, miteinander zu arbeiten. Während einer ausgedehnten Führung durch den Dunkelparcours sollten verschiedene Aufgaben gelöst und anschließend gemeinsam der Weg beschrieben und aufgemalt werden. Zwar war das Ergebnis nicht ganz richtig, Spaß und Erkenntnis hat es dennoch gebracht!

Boys Day 2017 im BFW Halle (Saale)

Anlässlich des Boys Day 2017 lud das Projekt „Sinneswandel für Schulerfolg“ alle Jungen ab der fünften Klasse dazu ein, einen Blick hinter die Mauern der Bugenhagenstraße 30 zu werfen, verschiedene Berufe kennenzulernen und Interessantes über die berufliche Rehabilitation blinder und sehbehinderter Menschen zu erfahren.

Der Boys Day ist ein bundesweiter Aktionstag zur Berufsorientierung und Lebensplanung für Jungen. Das Ziel ist es, den Jungen eine Gelegenheit zu geben, „klassisch weibliche“ Berufsfelder kennenzulernen und auszuprobieren. Dazu gehört vor allem der soziale, erzieherische oder pflegerische Bereich. Auch viele Berufsfelder des BFW Halle (Saale) gehören in die Liste von Berufen, in denen maximal 40 Prozent Männer eine Ausbildung machen oder arbeiten, wie etwa der Psychologe, Optometrist oder Sozialpädagoge.

Am 27.04.2017 konnten die Jungen daher einmal in unseren Low-Vision-Bereich schnuppern und dabei die verschiedenen Gerätschaften auch an sich selber testen. Im Bereich der Elektronischen Hilfsmittel lernten Sie etwas über die Ausbildung am blindentechnischen Arbeitsplatz, samt Braillezeile, Vergrößerung und Sprachausgabe. Und natürlich konnten Sie auch die sozialpädagogische Arbeit der Sensorischen Welt mit all seinen Selbsterfahrungsangeboten nutzen.

Die Sensorische Welt zu Gast bei der BbS V

Januar 2017 - Gleich zwei Projekttage der Berufsbildenden Schule V Halle (Saale) durfte das Schulprojekt der Sensorischen Welt „Sinneswandel für Schulerfolg“ im Dezember begleiten. Der Monat begann mit einem gemeinsamen Workshop der Ausbildungsklasse für Heilerziehungspflege. Da die TeilnehmerInnen teilweise bereits während der Ausbildung sehbeeinträchtigte PatientInnen begleiten bzw. im späteren Beruf begleiten könnten, sollte der Workshop auf diese Herausforderungen vorbereiten. Was sind die Auswirkungen verschiedener Sehbeeinträchtigungen? Wie nehmen blinde Menschen ihre Umwelt wahr? Was sind die Dos und Don’ts im Umgang mit Betroffenen? Die Antworten auf diese Fragen musste sich die Klasse mit Hilfe von Dunkelerfahrungen, Simulationsbrillen sowie Austesten der Hilfsmittel selber erarbeiten und gemeinsam auswerten.

Kurz vor den Weihnachtsferien veranstaltete die BbS V einen Toleranztag, zu dem wir ebenfalls eingeladen wurden. Der Toleranztag vermittelt die Vielfältigkeit verschiedener Religionen, Kulturen und Menschen. Die Auszubildenden sollen mit Betroffenen ins Gespräch kommen und so andere Lebens- und Sichtweisen kennen und akzeptieren lernen. Begleitet wurden wir an diesem Tag von einer jungen blinden Frau, die derzeitig eine Umschulung im BFW Halle (Saale) absolviert. Gemeinsam mit ihrem Führhund „Zorro“ beantwortete sie die Fragen der SchülerInnen und Lehrkräfte und machte dabei vor allem eines deutlich: die junge Frau lebt ein normales Leben! Sie geht verschiedenen Hobbys und sozialen Aktivitäten nach und bemüht sich, auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Das alles tut sie nicht trotz ihrer Blindheit, sondern mit ihr!

"Von hier an blind": Unser Workshop auf der Landesweiten Fachbörse

März 2016 - Die Landesweite Koordinierungsstelle „Schulerfolg sichern“ lud im März dieses Jahres alle Akteure aus dem Bereich Schule und Schulsozialarbeit zu einer eintägigen Fachbörse nach Magdeburg ein. Unter dem Titel „Hier bin ich sicher – Hier bin ich stark“ wurden erfolgreiche Methoden für eine gute Lern- und Entwicklungskultur in insgesamt 30 Workshops vorgestellt und ausgetauscht.

Auch die Sensorische Welt war mit einem eigenen Workshop unter der Überschrift „Von hier an blind – soziales Lernen durch erlebnispädagogische Angebote“ vertreten. Unser Anliegen war es, das Projekt „Sinneswandel für Schulerfolg“ vorzustellen und unsere Arbeitsmaterialien, Methoden und Zielsetzungen zu verdeutlichen. Da wie inzwischen auch häufig Nachfragen von Lehrkräften erhalten, wie der Besuch in der Sensorischen Welt vor- und nachbereiten werden kann und welche eigenen Projekte sinnvoll in den Schulunterricht integriert werden könnten, beschäftigte sich der zweite Teil des Workshops mit den Möglichkeiten der praktischen und spannenden Umsetzung dieses Themas außerhalb der Sensorischen Welt. Über das große Interesse an unserem Projekt am Ende des Workshops haben wir uns sehr gefreut. Wenn Sie uns erreichen wollen, finden Sie unsere Kontaktdaten wie immer unter „Kontakt und Anfahrt“ oder unter diesem Link.

Fotoausstellung des Bauhofs Halle im BFW

Januar 2016 - Im vergangenen Jahr haben wir auf dieser Seite einen Beitrag veröffentlicht über den Besuch des Bauhofs, eine gemeinnützige Einrichtung der Jugend- und Schulsozialarbeit in den Franckeschen Stiftungen Halle. Zusammen haben wir zwei besondere Führungen mit einem „Essen im Dunkeln“ organisiert. Anlass ihres Besuches war ein neunmonatiges Projekt im Bauhof, dass von der Aktion Mensch finanziert wurde und das Thema „Barrieren überwinden“ trug. Neben dem Besuch in der Sensorischen Welt, erlebten die Schüler_innen im Klinikum Bergmannstrost, welchen Hürden Menschen im Rollstuhl begegnen, sie sprachen über die menschlichen Sinne, trafen sich mit einem Mitarbeiter des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Halle und nahmen an einem Kommunikationstraining teil. All diese Erlebnisse wurden in Power-Point-Präsentationen, Wandzeitungen und Collagen durch die Jugendlichen aufgearbeitet und ausgewertet.

Daraus entstanden ist eine Fotoausstellung, die hier bei uns im Berufsförderungswerk zu sehen ist. Wir würden uns viel mehr Bilder von all den Erlebnissen unserer Projektteilnehmenden wünschen, allerdings lassen sich im Dunkeln schlecht Bilder schießen. Daher freuen wir uns, dass uns der Bauhof teilnehmen lässt an ihren Erfahrungen, hier in der Sensorischen Welt und bei all den anderen Stationen, die sie erlebt haben. Sie können die Fotoausstellung jederzeit besuchen. Gehen Sie nach dem Haupteingang einfach in die nächste Tür rechts, beim Pförtner (Haus 5). Gleich im Foyer hängen die Bilder.

Ein wichtiger Hinweis für alle Rästelfreunde und Geographen und den Lehrkräften

Januar 2016 - Anfang des Jahres war eine Gruppe von Student_innen des Studienfaches „Lehramt an Grundschulen“ im Berufsförderungswerk Halle zu Besuch. Anlass war eine Seminararbeit, in der interessante Ausflugsziele für Schulklassen gesucht und vorgestellt werden sollten. Sie hatten sich das BFW mit dazugehöriger Führung in der Sensorischen Welt ausgesucht. Dabei entstanden sind nicht nur hoffentlich gute Vorträge, überzeugte Dozenten und hervorragende Prüfungsergebnisse, sondern vor allem ein Geocache, der zu uns, in die Sensorische Welt, führt. Mit viel Liebe zum Detail und interessanten Inhalten, haben die Student_innen eine Art elektronische Schnitzeljagd angelegt, welche in der Stadtbibliothek Halle beginnt und bei deren Lösung die Kinder bereits einiges über Punktschrift, Barrierefreiheit und Hilfsmittel für Betroffene lernen können.

Wenn Sie also Lust haben, auf Ihrer Reise in die Sensorische Welt ein kleines Rätsel mit den Schüler_innen zu lösen, legen wir Ihnen den Geocache wärmstens ans Herz. Sie finden Ihn auf der Website: www.opencaching.de und dem Titel „Der Alltag von blinden Menschen“ oder einfach unter diesem Link. Der Geocache wird mindestens ein halbes Jahr (bis Juli 2016) online sein.

Aus Schulversagen wird Schulerfolg

August 2015 - Seit Ende Juli 2015 ist unser zehnmonatiges Schulprojekt „Sinneswandel gegen Schulversagen“ abgeschlossen. Wir konnten während dieser Zeit viele Schulklassen, Lehrkräfte, Schulsozialarbeiter_innen und Träger der Jugendhilfe kennenlernen und in der Sensorischen Welt begrüßen. Gemeinsam mit ihnen haben wir spannende Momente im Dunkeln erlebt, unsere Sinne erkundet und Neues gelernt. Mit Begeisterung haben wir das große Interesse und die aktive Mitarbeit unserer Besucherinnen und Besucher wahrgenommen. Umso mehr freuen wir uns, dass dieses Projekt für weitere drei Jahre durch das Kultusministerium Sachsen-Anhalt gefördert wird. Unter dem neuen Arbeitstitel „Sinneswandel für Schulerfolg“ können also weiterhin alle Schülerinnen und Schüler des Landes Sachsen-Anhalt kostenlos an unseren Führungen und Modulen teilnehmen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Unser Projekt vorgestellt durch Radio Corax

Ende Juni besuchte uns Katrin Schröder von Radio Corax im Berufsförderungswerk für Blinde und Sehbehinderte. Sie begleitete eine Schulklasse bei der Führung durch die Sensorischen Welt und konnte anschließend einen kleinen Einblick in die Unterrichtsräume des BFW gewinnen. Dort wurden ihr einige wenige technische Hilfsmittel von den erwachsenen Umschülern des Hauses kurz erklärt. Ihre Eindrücke hat sie in zwei ausführlichen und sehr interessanten Radiobeiträgen zusammengefasst.

Hier finden Sie den Beitrag zum Projekt „Sinneswandel gegen Schulversagen“.

Darüber hinaus wurde auch ein Interview zum Berufsförderungswerk mit dem Projektkoordinator des BFW Dr. Ulf Gläser geführt. Das Interview finden Sie hier.

 

Für Interessierte möchten wir auch auf einen anderen informativen Beitrag von Radio Corax hinweisen, der bereits im Juni 2015 veröffentlicht wurde. Er thematisiert das ESF-Programm „Schulerfolg sichern!“, welches auch unser Projekt unterstützt und finanziert. Den Beitrag können Sie unter diesem Link anhören.

Der Bauhof zu Besuch in der Sensorischen Welt – Oder wenn die Salami plötzlich süß schmeckt

Der Bauhof der Volkssolidarität Querfurt-Merseburg e. V. mit Sitz in den Franckeschen Stiftungen ist eine gemeinnützige Einrichtung mit dem Schwerpunkt auf der Jugend- und Schulsozialarbeit sowie der Reintegration von Schulverweigerern in das Bildungssystem. Eines der Ziele ist es, die sozialen Kompetenzen und individuellen Fähigkeiten der Jugendlichen zu fördern. Damit steht der Bauhof inhaltlich den Ansprüchen des Projektes „Sinneswandel gegen Schulversagen“ sehr nahe. Umso schöner ist es, dass die MitarbeiterInnen uns und den Weg in die Sensorische Welt gefunden haben und wir zusammen zwei ganz besondere Führungen umsetzen konnten.

Zu Beginn der Führungen erfolgte jeweils der Rundgang durch unseren abgedunkelten Orientierungs- und Mobilitätsparcours, sozusagen als Appetitanreger, denn es drehte sich an diesen Tagen alles rund um das Thema „Essen im Dunkeln“. Für die Jugendlichen sollte es also noch eine ganze Weile dunkel bleiben, zumindest so lange bis der Hunger gestillt und die Frühstückstafel geleert war.
Zuerst musste der richtige Platz gefunden werden. Das kann ohne die Hilfe des Sehsinns zu einer Mammutaufgabe werden. Anschließend wurde das Geschirr verteilt, auch auf die Gefahr hin, dass so manches zu Bruch gehen könnte. Es folgte die Ausgabe der Brötchen, Aufstriche und Säfte.
Schnell lernt man, dass es wichtig ist, sämtliche Vorgänge zu kommentieren. Im Dunkeln erkennt der Sitznachbar nun mal nicht, dass ihm der Brotteller gereicht wird. Ebenso wichtig ist es, den Anderen und seinen eigenen Fähigkeiten zu vertrauen. Wie gießt man sich den Saft ein, ohne zu sehen wann der Rand des Glases erreicht ist? Wie sucht man nach dem Joghurt ohne dabei in den Honig oder die Schokolade auf den Tisch zu fassen? Was macht man, wenn sich das Behältnis für die Butter so ähnlich anfühlt wie das der Marmelade? Die Antwort besteht aus nassen Böden, klebrigen Händen und einem Salamibrötchen mit Marmelade statt Butter geschmiert. Aber es wird ja ohnehin gesagt, dass Essen anders schmeckt, wenn man es nicht sieht!

Mein Schülerpraktikum im BFW Halle

Als Praktikantin im „Berufsförderungswerk Halle/Saale für Blinde und Sehbehinderte“ hatte ich sehr viel Abwechslung. Dort gibt es viele unterschiedliche Bereiche, die ich mir ansehen konnte und in jedem wird auf eine andere Weise versucht, den Sehbehinderten zu helfen und ihnen das Leben leichter zu gestalten, zum Beispiel durch Hilfsmittel, die den Menschen die Arbeit und auch den Alltag erleichtern. So gibt es eine Software, die für Sehbehinderte entwickelt wurde, um ihnen die Arbeit im Büro zu erleichtern, indem sie wie eine Lupe funktioniert und alles am Computer vergrößert.

Aber auch Unterrichtsstunden finden statt, in denen sie beispielsweise lernen, mit einer Braillezeile am Computer zu arbeiten. Auch besteht die Möglichkeit, für bestimmte Berufsrichtungen geschult zu werden, die sich größtenteils auf Büroarbeit konzentrieren. Die Rehabilitanden haben dort die Möglichkeit, eine Ausbildung zu machen und gefördert zu werden, um wieder berufstätig sein zu können. Durch ein Training mit dem Blindenstock soll die Orientierung verbessert werden, damit sie sich frei in der Gesellschaft bewegen können. Es werden dort aber auch einige Tests mit Sehbehinderten gemacht, damit festgestellt werden kann, wie stark die Seheinschränkung ist und wie belastbar sie sind. Des Weiteren stellt man ihnen verschiedene Hilfsmittel vor, die bei der Arbeit und im Alltag helfen können. Erstaunlich fand ich, dass einige Angestellte dort selbst sehbehindert oder gar blind sind. In der „Sensorischen Welt“ konnte ich nachempfinden, wie es ist, sehbehindert oder auch blind zu sein und durfte sogar eine Schulklasse mitbetreuen. Dort wurden durch Simulationsbrillen oder Lichteffekte einige Augenkrankheiten fingiert. Aber auch das Blindsein wird durch einen abgedunkelten Raum simuliert. Gäste oder auch Schulklassen bekommen die Chance, diese Erfahrung selbst zu machen.
Alles in allem habe ich viel gelernt und ich finde, das BFW gibt den Sehbehinderten eine große Chance auf eine neue berufliche Zukunft!

Julia Gerlach

Kostenlose Führungen der Sensorischen Welt zum "Tag der offenen Tür" im BFW Halle

Zum "Tag der offenen Tür" im Berufsförderungswerk für Blinde und Sehbehinderte Halle (Saale) öffnet auch die Sensorische Welt am Donnerstag, den 28. Mai 2015, ihre Räumlichkeiten. Alle Interessierten können an kostenlosen Führungen durch einen vollkommen abgedunkelten Orientierungs- und Mobilitätsparcours teilnehmen und in die Welt blinder Menschen eintauchen. Lehrkräften, SchulsozialarbeiterInnen, Jugendhilfeträgern und Eltern bietet sich darüber hinaus die Möglichkeit, in gemeinsamen Gesprächen mit den MitarbeiterInnen, Einblicke in die Arbeitsweise zu gewinnen und das Jugendhilfeprojekt der Sensorischen Welt "Sinneswandel gegen Schulversagen" näher kennenzulernen.

Weitere Informationen zum "Tag der offenen Tür" des BFW finden Sie demnächst unter folgendem Link: Tag der offenen Tür im BFW Halle 2015

Termin: Donnerstag, 28. Mai 2015
Eintritt: kostenfrei
Adresse: Berufsförderungswerk Halle (Saale), Bugenhagenstraße 30, 06110 Halle (Saale)

Frau Sonntag im Interview

Die Gäste der Sensorischen Welt kennen unsere Kollegin Jennifer Sonntag als junge Frau mit außergewöhnlichem Stil, die stets bemüht ist, sehenden Menschen die Welt der Blinden spannend und erkenntnisreich zu vermitteln. Manche wissen allerdings nicht, dass Frau Sonntag noch viel mehr ist – mehrfache Buchautorin, Moderatorin im MDR-Fernsehen sowie wichtige Ansprechpartnerin und Wegbegleiterin für die Rehabilitanden unseres Hauses.

Als studierte Sozialpädagogin mit dem Interessenschwerpunkt der Jugendarbeit, konzentrierte sich Frau Sonntag auf Grund ihrer zunehmenden Erblindung schließlich auf das Berufsfeld der Behindertenpädagogik. Eines ihrer thematischen Kerngebiete, als öffentliche Person als auch in der Arbeit mit den Betroffenen, ist das Schönheitsempfinden und die Selbst- und Fremdwahrnehmung blinder und sehbehinderter Menschen. Grund genug für das Online-Angebot Junge Aktion Mensch (JAM), Frau Sonntag im Rahmen der Themenreihe „Schönheit“ in der Sensorischen Welt zu besuchen.

Unter folgenden Link können Sie sich das Interview auf der JAM-Website mit Frau Sonntag anschauen: JAM Interview mit Jennifer Sonntag

Die Sensorische Welt bei der Projektmesse für Jugendhilfeträger

Die Sensorische Welt bietet bis Ende Juli 2015 ein kostenloses Projekt für alle Schulklassen des Landes Sachsen-Anhalt. Dafür werden die TeilnehmerInnen bewusst ihres Sehsinnes beraubt und hautnah in die Welt blinder und sehbehinderter Menschen entführt. Unser Ziel ist es, ein Bewusstsein für das Anderssein zu schaffen, die Wahrnehmung der eigenen Sinne zu fördern und das soziale Lernen der Kinder und Jugendlichen zu unterstützen.

Als junges, außerschulisches Projekt sind wir beständig bemüht unsere Arbeit bekannt zu machen und wichtige Ansprechpartner zu finden. Besonders gefreut haben wir uns daher über die Einladung zu der Projektmesse "Vielfältig! Bildung in Bewegung", die von dem Portal für Schule und Jugendhilfe "SchulPOOL" ausgerichtet wurde. Ziel der Messe war es, Jugendhilfeträger und Schule näher zusammenzubringen und eine gemeinsame Plattform zu bieten.

Ende März war es dann endlich soweit: Wir haben unsere Sensorische Welt geplündert und uns so viele Arbeitsmaterialien geschnappt, wie wir tragen konnten. Dazu wurden noch jede Menge Flyer und Infomaterial eingepackt. Mit vollen Taschen machten wir uns schließlich auf den Weg ins Künstlerhaus 188, um unseren Messestand mit vielen kleinen und großen Dingen zum Anfassen, Ausprobieren und Lernen auszustatten. Ziel war es, unsere Arbeitsmaterialien für alle erlebbar bereitzustellen und gleichsam so unser Anliegen zu vermitteln.

Projektmesse 2015

Dies schien zu funktionieren: Es waren die Kinder der Bildungsmanufaktur Schülerfirma GmbH, die das Catering ausrichteten, und des Bienenchors der Grundschule "Gotthold-Ephraim Lessing", die unserem Projekt zu großer Aufmerksamkeit verholfen haben. Gespannt standen sie um unseren Stand, probierten die Sinnesspiele, lernten die Grundlagen der Punktschrift und sorgten im Saal für Aufsehen durch einen Rundgang mit unseren Simulationsbrillen, Augenbinden und Blindenstöcken.

Für uns ergaben sich insgesamt zwei äußerst spannende Tage, in denen wir die Arbeit anderer Projekte der Jugendhilfe kennenlernen, Erfahrungen austauschen, Neues entdecken und schließlich auch auf unser Projekt aufmerksam machen konnten. Ein besonderer Dank gilt den Veranstalterinnen, die die Messe mit viel Liebe zum Detail geplant und ausgerichtet haben und uns stets als äußerst freundliche Ansprechpartnerinnen zur Seite standen.

Eine Führung mit spontanem Ausgang

Eine besonders ereignisreiche und lehreiche Führung mit einigen spontanen Aktionen und viel guter Laune ergab sich für uns Ende Februar. Zu Besuch war eine kleine Gruppe von Abiturientinnen, die für ihre Facharbeit das Thema "Blindheit" gewählt hatten. Begleitet wurden diese von einer ehemaligen Rehabilitandin des Berufsförderungswerkes, welche die Schülerinnen auf unsere Sensorische Welt aufmerksam gemacht hatte. Alle hatten viel Zeit und Neugierde mitgebracht und so ergab sich eine Führung, in der nicht nur vieles angefasst und ausgetestet wurde, sondern in welcher die Abiturientinnen vor allem an den Erfahrungen und Erlebnissen der Rehabilitandin teilhaben konnten.

Passend zum Thema ihrer Facharbeit erhielten die Besucherinnen eine Einführung in die Ursachen und Symptome verschiedener Augenkrankheiten und Farbsinnesstörungen und wurden über unterschiedliche Hilfsmittel für die Betroffenen aufgeklärt. Die Führung sollte aber natürlich nicht nur theoretischer Natur sein. Es galt kleine Aufgaben und Übungen unter Verwendung verschiedener Arbeitsmittel durchzuführen, die Sehbehinderungen und Farbfehlsichtigkeiten simulieren. Ziel der Übungen war es, die Auswirkungen der Sehbehinderungen realitätsnah erleben zu können. Dazu gehörte ebenfalls der Gang durch einen vollkommen abgedunkelten Orientierungsraum. An diesem Tag erhielten unsere Besucherinnen zusätzlich die eigentlich ganz alltägliche Aufgabe, einen Briefkasten zu finden und Post darin einzuwerfen. Auf dem Weg dahin hatten sie viel Zeit um sich zu verirren, gegen Wände zu laufen und die Orientierung zu verlieren. Auch die unterschiedlichen Hilfsmittel wurden auf ihre Alltagstauglichkeit getestet, wie zum Beispiel der Füllstandsanzeiger, der sehbehinderten Menschen das Befüllen eines Glases mit Flüssigkeit erleichtern soll.
Füllstandsanzeiger

Besonders gefreut haben wir uns über die Anwesenheit der ehemaligen Rehabilitandin, die durch ihre persönlichen Erfahrungen und spontanen Ideen die Führung vielfach bereichert hat. Natürlich trug auch die Schülergruppe, die äußert aufgeschlossen und interessiert war und bei der die Ideen auf fruchtbaren Boden stießen, einiges dazu bei. So kam es, dass auf die Bemühungen der Rehabilitandin hin, ein "blindes" Mittagessen in der BFW-Kantine eingenommen wurde. Die Abiturientinnen wurden mit Augenmasken und Blindenstöcken ausgestattet und in unserer Begleitung zur Kantine geführt. Dort erfuhren sie, wie Essen schmeckt und eingenommen wird wenn man nichts sieht. Danach konnte der Blindenführhund bestaunt werden, der gerade "Mittagspause" machte. Zu guter Letzt wurden die Schülerinnen von der Rehabilitandin noch durch den Bereich für Elektronische Hilfsmittel im BFW geführt.

Insgesamt war der Tag auch für uns sehr ereignisreich und hat uns viel Freude bereitet. Wir sind gespannt auf viele weitere tolle Tage!

Projektmesse der Jugendhilfeträger: Wir sind dabei!

Am 24.-25. März 2015 richtet SchulPOOL die Projektmesse "Vielfältig! Bildung in Bewegung" aus. Ziel dieser Plattform ist es, verschiedene Projekte vorzustellen und so Schulen und Jugendhilfe näher zusammenzubringen. Unsere Sensorische Welt wurde mit dem Projekt "Sinneswandel gegen Schulversagen" ebenfalls eingeladen.

Als außerschulischer Lern- und Erfahrungsort freuen wir uns über jede Gelegenheit, die es uns erlaubt, mit den Schulen und Jugendhilfeträgern persönlich in Kontakt treten zu können. Die Einladung haben wir daher sehr gerne angenommen. Wir werden mit einem Stand vertreten sein und bringen einige Arbeitsmittel zum Ausprobieren und Lernen mit. Darüber hinaus möchten wir einen Workshop anbieten, der es ermöglichen soll, die Auswirkungen verschiedener Sehbehinderungen nachvollziehen zu können.

Wir freuen uns auf interessante Begegnungen und Gespräche und sind gespannt auf die vielfältigen Angebote für die Jugendhilfe.

Es geht los!

Mit viel Vorfreude und Tatendrang starten wir in der Sensorischen Welt unser Projekt "Sinneswandel gegen Schulversagen". Dieses wird für das Schuljahr 2014/15 von dem Ministerium für Gesundheit und Soziales und dem Kultusministerium Sachsen-Anhalt in der Umsetzung des ESF-Programms "Projekte zur Vermeidung von Schulversagen und zur Senkung des vorzeitigen Schulabbruchs" finanziert. Dadurch wird es uns ermöglicht, die Räumlichkeiten der Sensorischen Welt stärker als zuvor für den Besuch von Schulklassen zu nutzen.

Unser Anliegen ist es, auf die Wahrnehmungswelt und Probleme blinder Menschen aufmerksam zu machen, Inklusion zu fördern und den Schulklassen und Lehrkräften bei verwandten Unterrichtsthemen und Projekttagen begleitend und praxisnah zur Seite zu stehen. Darüber hinaus wollen wir Räume bereitstellen, in denen verschiedene Ideen umgesetzt und praktische Erfahrungen gesammelt werden können. Wer die Sensorische Welt bereits kennt, kann einiges Neues entdecken, wer sie noch nicht kennt, kann das nun gerne nachholen. Der bei unseren Gästen beliebte Erfahrungsraum I, der aus einem vollkommen abgedunkelten Mobilitäts- und Orientierungsparcours besteht, ist dabei natürlich weiterhin fester Bestandteil unserer Führungen.

Die Website zum Projekt ist erstellt, die Flyer wurden verteilt und die handverlesenen Arbeitsmittel persönlich getestet. Es kann losgehen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!