Bildbeschreibungen der Kalenderblätter

Viele Partner des BFW Halle kennen inzwischen unseren alljährlichen Monatskalender mit wildlife Naturbildern. Neben den großflächigen Tierbildern, zeigt jedes Kalenderblatt das Motiv zusätzlich aus der Sicht einer speziellen Sehbeeinträchtigung.

Um auch blinden Menschen den Bildinhalt zugänglich zu machen, werden wir die jeweiligen Motive inklusive einer Bildbeschreibung und Anmerkungen des Fotografen veröffentlichen. Zukünftig finden Sie hier jeden Monat eine neue Bildbeschreibung, die auch für sehende Gäste einige spannende Details beinhalten.

Febraur 2018

Das Motiv des Kalenderblattes vom Februar 2018 zeigt eine Wasseramsel (Cinclus cinclus), welche mitten in einem fließenden Gewässer auf einem Felsgestein sitzt. Ihr Blick richtet sich vom Betrachter aus zur linken Bildhälfte. Der kugelige Vogel mit seinen kurzen Schwanzfedern hat einen mittelbraunen Kopf und Nacken. Die Oberseite ist gräulich, die Federsäume zeigen eine dunkelbraune Färbung und erinnern so an kleine Fischschuppen. Das Gefieder von Kehle, Hals und Brust ist weiß. Der Bauch hingegen grau-braun. Der spitze Schnabel sowie die kräftigen Beine und Zehen sind leicht schwarz getönt. Die Iris ist dunkelbraun. Der Hintergrund des Bildes stellt sich in verwischten taubenblauen bis hin zu unterschiedlichsten Brauntönen dar.

Kalenderblatt Februar 2018 - Wasseramsel

Januar 2018

Der Kalender für das Jahr 2018 ist im Hochformat gestaltet. Der Monat Januar zeigt einen Seeadler (Haliaeetus albicilla), einen der größten Greifvögel in Mitteleuropa. Der majestätisch anmutende Vogel streckt seine riesigen Schwingen, die sich in verschiedenen Facetten, von hellen bis dunklen Brauntönen bis hin zu einem Weiß zeigen, senkrecht nach oben. Seitlich und am Ende der Flügel befinden sich lange dunkelbraune, gespreizte Federn, die wie Finger wirken. Der Körper des Seeadlers ist kräftig, so auch sein gelber hakenförmiger Schnabel. Seine stechenden Augen haben eine gelbe Iris. Er steht mit seinen kräftigen, gefiederten Beinen in einem fließenden Gewässer. Man hat den Eindruck, dass er gerade zum Flug abheben möchte. Der verwischte Hintergrund des Bildes lässt bei genauerer Betrachtung eine Graslandschaft und einen Teil des Himmels erkennen.

 Kalenderblatt Januar 2018 - Seeadler

Anmerkungen des Fotografen:

Einen Seeadler aus der Nähe zu fotografieren gehört zu den anspruchsvolleren Projekten in der Wildlife-Tierfotografie. Die imposanten Tiere nehmen die kleinsten Bewegungen schon aus großer Distanz wahr. Am besten lockt man sie mit etwas Futter an, um sie direkt vor das Versteck zu bringen. Am Anfang sind die Seeadler sehr ängstlich und wachsam. Oft beobachten sie das ausgelegte Futter über Stunden aus sicherer Entfernung. Wenn sie dann Mut gefasst haben, fliegen sie die Futterstelle an. Legt man als Fotograf jetzt sofort los, würde das Auslösegeräusch der Kamera die Vögel ganz schnell verscheuchen. Erst wenn sie angefangen haben zu fressen fühlen sich die Vögel so sicher, dass das Kamerageräusch keine Störung mehr darstellt. Das Bild zeigt einen recht alten, sehr großen Seeadler. Der Kamerastandpunkt ist tief gewählt – praktisch auf Augenhöhe. Die Entfernung betrug etwa 30m.

Dezember 2017

Das Bild des Kalenderblattes vom Dezember 2017 entstand in Sachsen-Anhalt. Es zeigt eine Bartmeise (Panurus biarmicus), welche vom Betrachter aus die linke Bildhälfte ausfüllt. Der kleine, exotisch anmutende Vogel sitzt mit ausgebreiteten Flügeln und breit gefächertem Schwanz auf einem Strohbüschel. Die Färbung der kurzen, an der Spitze abgerundeten Flügel reicht über ein Rotbraun bis hin zu einem Schwarz-Weiß. Der Kopf und der Nacken sind blaugrau. Von den gelb-braunen Augen abwärts zieht sich ein breiter schwarzer Bartstreifen. Die Kehle ist weiß. Auffallend ist auch der kleine spitz zulaufende, strohgelbe Schnabel. Der Hintergrund des Bildes zeigt sich in warmen Sandtönen.

Kalenderblatt Dezember 2017 - Bartmeise

Anmerkung des Fotografen:

Bartmeisen ziehen im Winter in Schwärmen durch Schilfgebiete. Hat man einmal einen Schwarm gefunden, beginnt für den Fotografen ein Geduldsspiel. Die kleinen Vögel sind ständig in Bewegung und sitzen ganz selten frei. Meist werden sie durch Schilfhalme im Vordergrund verdeckt. Ein Fotoshooting mit irre hoher Ausschussquote. Ein Bild wie dieses entschädigt dann für die Mühen.

November 2017

Das Motiv des Kalenderblattes vom November 2017 wurde in den Alpen aufgenommen. Es zeigt einen Alpensteinbock (Capra ibex). Er liegt vom Betrachter aus mittig mit nach links schweifendem Blick gemütlich auf einer Blumenwiese, sodass seine kräftige Gestalt nur bis zum Oberkörper erkennbar ist. Das imposante Gehörn ist säbelartig nach hinten gebogen und besitzt im oberen Bereich kräftige Wülste. Sein dichtes Fell wirkt goldbraun mit leichten weißen Einschlüssen. Kennzeichnend für ihn ist auch der kleine Ziegenbart. Der gesamte Hintergrund des Bildes stellt in einer Unschärfe die teilweise von Schnee bedeckten Alpen dar.

Kalenderblatt November 2017 - Alpensteinbock

Anmerkung des Fotografen:

Ehemals fast ausgestorben hat sich die Alpensteinbockpopulation in den letzten Jahrzehnten gut erholt. Heute kann man die imposanten Tiere an verschiedenen Stellen in den Alpen sehen. Dabei sind sie oft gar nicht so scheu und lassen sich gut fotografieren. Der Bock auf dem Bild war der größte den ich bislang vor der Linse hatte.

Oktober 2017

Auf dem Kalenderblatt vom Oktober 2017, welches in Sachsen-Anhalt aufgenommen wurde, ist ein Grünspecht (Picus viridis) zu sehen. Der kleine Specht mit noch zerzaustem Federkleid sitzt vom Betrachter aus auf einem gegabelten, knorrigen Ast der linken Bildhälfte. Er schaut verwundert auf eines seiner ausgefallenen Federchen, das sich in der Astgabel verfangen hat. An seinem Oberköpfchen erkennt man kleine rote Federn, die noch von grauen Flecken durchsetzt sind. Um die Augen herum zeigt sich eine kleine schwarze Gesichtsmaske. Der  Schnabel wirkt relativ lang und spitz. Die Federn im Brustbereich sind cremefarben, die Rückenpartie gelblich grün. Die Schwanzfedern lassen auf gräulichem Grund eine schwarze  Bänderung erkennen. Der Hintergrund des Bildes ist in warmen Grüntönen gehalten.

Kalenderblatt Oktober 2017 - Grünspecht

Anmerkung des Fotografen:

Mein Versteck bei den Bienenfressern entpuppte sich als wahre Goldgrube. Jetzt kam auch noch ein Grünspecht auf den Ansitzast geflogen. Das junge Tier schaut sich verdutzt eine ausgerissene Feder an, die er danach in den Schnabel nahm und nach unten warf. Eine tolle Szene, deren Anfang hier im Bild festgehalten wurde.

September 2017

Auf dem Kalenderblatt vom September 2017 ist ein Schwalbenschwanz (Papilio machaon) überdimensional groß mit voll entfalteten Flügeln abgebildet. Er gehört zu den schönsten und farbenprächtigsten Schmetterlingen in Europa. Aufgenommen wurde dieses ganz besondere Motiv in den Spanischen Pyrenäen. Der Schwalbenschwanz ist cremegelb und schwarz gemustert. Entlang der hinteren Flügel zieht sich eine blaue Binde, die sich aus dutzenden kleinen Pünktchen zusammensetzt. Mittig davon befindet sich ein sogenannter roter Augenfleck. An den Hinterflügeln stehen kurze, schwarze „Schwänzchen“ ab und erinnern somit an den Schwanz einer Rauchschwalbe. Seine schwarzen Fühler sind lang und fein mit kleinen Kolben an den Enden. Der Hintergrund des Bildes gestaltet sich in unterschiedlichen Khakitönen. Verwischt zu erkennen sind Pflanzen, die  rechts und links am Blattrand entlangranken.

September 2017 - Schwalbenschwanz

Anmerkung des Fotografen:

Der Schwalbenschwanz gehört zu den schönsten und auffälligsten und recht großen Schmetterlingen in Europa. Er mag es warm und trocken. Das Bild ist in Spanien entstanden. Es gibt ihn auch in Deutschland. Leider hat es hier bei uns noch nicht mit einem Foto geklappt.

August 2017

Das Motiv des Kalenderblattes vom August 2017 wurde in Sachsen-Anhalt aufgenommen. Es zeigt einen Neuntöter (Lanius collurio), welcher in der linken Bildhälfte auf der Spitze eines nach oben ragenden Astes sitzt. Sein Blick richtet sich vom Betrachter aus nach rechts, sodass er seitlich zu erkennen ist. Die Federn vom Oberkopf bis hin zum Nacken zeigen sich in einem hellen Blaugrau. Um seine dunklen Augen herum zieht sich eine schmale, schwarze Gesichtsmaske. Der kräftige, schwarze Schnabel hat einen ausgeprägten Haken. Die Deckfedern der Flügel sind rötlichbraun und gehen in Richtung Arm- und Handschwingen in einen dunkelbraunen Ton über. Der Schwanz ist schwarz-weiß. Die feinen Federn des Rumpfes sind cremefarben. Der gesamte Bildhintergrund stellt sich in einem harmonischen Laubgrün dar.

Kalenderblatt August 2017 - Neuntöter

Anmerkung des Fotografen:

Der Neuntöter – sein Name klingt spektakulär. Der kleine Vogel hat es auch faustdick hinter den Ohren. Er sieht aus wie ein Singvogel – er ist auch einer – fängt aber kleine Tiere bis hin zu kleinen Mäusen. Seine Beute spiest er auf Dornen oder dergleichen auf, um sie zu deponieren und später zu fressen. Neuntöter teilen sich ihr Revier mit dem Pirol, dem Wendehals und auch dem Bienenfresser. Aus dem Versteck heraus kann man ihn gut fotografieren..

Juli 2017

Das Motiv des Kalenderblattes vom Juli 2017 wurde in Sachsen-Anhalt aufgenommen. Es zeigt einen Pirol (Oriolus oriolus), welcher vom Betrachter aus auf der rechten Bildseite auf einem dünnen Ast, der von rechts unten bis zur Bildmitte ragt, sitzt. Neben ihm sind deutlich die Blätter eines Laubbaumes zu erkennen, die sich in einem frischen, kräftigen Grün zeigen. Der Pirol schaut mit seinem roten, spitz zulaufenden, weit geöffneten Schnabel zur linken Bildseite. Die Federn des Köpfchens zeigen sich in einem olivgelbgrünlichen Ton. Kehle-, Brust- und Bauchbereich sind weißgrau mit einer schwarzgrauen Strichelung gefärbt. Die Unterschwanzdecke sowie die Schwanzspitze zeigen sich in einem Gelbton. An der Farbe des Gefieders ist gut auszumachen, dass es sich um ein Pirol-Weibchen handelt. Die linke Bildhälfte gestaltet sich in verwischten Grün- und Weißtönen, die an aufsteigende Seifenblasen erinnern.

Kalenderblatt Juli 2017 - Pirol

Anmerkung des Fotografen:

Der Pirol gehört zu den sehr schwer zu fotografierenden Motiven. Er macht sich zwar durch ganz typische Rufe bemerkbar, ist aber sehr scheu und brütet meist sehr hoch in großen Bäumen. Ganz selten begibt er sich einmal auf die Augenhöhe des Fotografen. Das Weibchen auf dem Bild saß genau vor meinem Versteck bei den Bienenfressern.

Juni 2017

Das Motiv des Kalenderblattes vom Juni 2017 wurde im BFW Halle (Saale) aufgenommen.

Es zeigt eine Waldohreule (Asio otus), die auf einem Ast inmitten eines Lindenbaumes sitzt, welcher sich quer von der linken zur rechten Bildseite zieht. Man hat den Eindruck, dass sie ihren Betrachter direkt mit ihren orangegelben Augen neugierig anschaut. Ihr Gefieder zeigt sich in einer rindenähnlichen Marmorierung, welche zum Bauch hin in ein Rostgelb mit kräftigen dunklen Längsstreifen und einer feinen Querbänderung ausläuft. Gut zu erkennen sind die großen, steil aufgerichteten Federohren. Der Bildhintergrund ist teilweise in einer gelblich-grünen Unschärfe gehalten. Über das gesamte Bild sind die satten grünen Blätter der Linde verteilt.

Kalenderblatt Juni 2017 - Waldohreule

Anmerkung des Fotografen:

Eulen gehören zu den typischen Kulturfolgern. Das bedeutet, dass sie sich urbane Strukturen zunutze machen – z. B. um zu brüten. So auch diese Waldohreule, die praktisch vor meinem Bürofenster posierte. Wahrscheinlich wusste sie genau, dass sie dann fotografiert wird und in den Kalender kommt. Für mich als Tierfotografen sozusagen eine leichte Beute.

Mai 2017

Das Kalenderblatt vom Mai 2017 wurde in Sachsen-Anhalt aufgenommen. Es zeigt einen Bienenfresser (Merops apiaster) und einen Wendehals (Jynx torquilla).

Vom Betrachter aus gabelt sich ein Ast von der rechten unteren bis zur linken oberen Bildseite. Auf der linken Spitze des Astes sitzt ein  Bienenfresser mit weit ausgebreiteten Schwingen. Der auffallend bunte Vogel mit seinem türkisen Brust- und Bauchbereich mutet wie ein Exot an. Sein Kinnbereich ist gelb mit einer schmalen schwarzen Umrandung. Auch im Augenbereich findet sich ein schwarzer Streif. Die Federn des Oberkopfes sind rostbraun. Der schwarze Schnabel ist lang und leicht gebogen. Auf der rechten Astgabel sitzt ein Wendehals, er richtet seinen Blick nach links zum Bienenfresser. Der kleine Vogel hat rindenfarbenes, graubraunes Gefieder, einen kurzen grauen, spitzen Schnabel und einen graubraunen Schwanz mit drei dunkelbraunen Querbinden. Der Hintergrund des Bildes stellt sich in einer Unschärfe dar, die über dunkelgrüne bis hin zu helleren Grüntönen übergeht.

Kalenderblatt Mai 2017 - Bienenfresser und Wendehals

Anmerkung des Fotografen:

Beide Vögel – Bienenfresser und Wendehals – gehören sicher nicht zu den ganz alltäglichen Vögeln in Deutschland. Sie beide gleichzeitig auf einem Ast zu fotografieren ist ein besonderes Highlight. Ich hatte im Frühjahr diesen Ast eigentlich für die Bienenfresser aufgestellt. Ich ahnte nicht, dass in der Bienenfresserkolonie ebenfalls ein Wendehals brütet. So ergab es sich, dass sie öfter gemeinsam diesen Ast als Sitzwarte benutzten.

April 2017

Das Motiv des Kalenderblattes vom April 2017 wurde in der Maremma aufgenommen. Es zeigt einen Wiedehopf (Upupa epops). Er sitzt vom Betrachter aus auf einem von links bis über die Bildmitte nach rechts ragenden Aststumpf. Dabei wendet der Wiedehopf seinen Blick nach rechts.  Gut zu erkennen ist einer seiner schwarz-weiß gebänderten Flügel. Die Federn von Kopf, Hals, Brust und Bauch zeigen sich in einem rosabraunen Ton. Sein fächerartiger Kopfschmuck endet in schwarzen Spitzen. Der Schnabel ist dünn, wirkt relativ lang und ist leicht nach unten gebogen.  Die Unschärfe des Hintergrundes zeigt sich in verschiedenen Grün- und Gelbtönen und mutet wie aufsteigende Seifenblasen an.

Kalenderblatt April 2017 - Wiederhopf


Anmerkung des Fotografen:
Den Wiedehopf gibt es in weiten Teilen Europas – auch in Deutschland. Je weiter man sich aber nach Norden bewegt, desto geringer sind die Vorkommen. Was liegt also näher, als gen Süden zu fahren, quasi dem Wiedehopf entgegen. Das Bild stammt aus Italien. Hier findet man die tollen Vögel wesentlich leichter und häufiger als vor der heimischen Haustür. Ganz einfach ist es trotzdem nicht, dem Vogel möglichst nahe zu kommen. Ich hatte das Tarnzelt schon abends aufgebaut und mich für diese Gegenlichtsituation entschieden. Tauwassertropfen aus der Nacht im Hintergrund ergeben dadurch ein sehr schönes Muster aus sogenannten Lens Flares.

März 2017

Das Motiv des Kalenderblattes vom März 2017 wurde in den Alpen aufgenommen. Es zeigt ein Murmeltier (Marmota). Vom Betrachter aus schaut es zur rechten Bildseite. Das Murmeltier liegt auf einem steinigen Untergrund, der teilweise mit Gräsern bedeckt ist, und genießt mit halb geschlossenen Augen den Sonnenschein. Sein Körper mit dem grau-braunen Fell, dem kräftigen, flachen Schädel und den winzigen abgerundeten Ohren wirkt gedrungen. Man erkennt beide Vorderbeine mit jeweils vier Zehen und den sehr langen Krallen. Im Hintergrund des Bildes erstreckt sich eine mit Schnee bedeckte Bergkette und über ihr der blaue, teilweise wolkenverhangene Himmel. 

Kalenderblatt März 2017 - Murmeltier


Anmerkung des Fotografen:

Das Alpenmurmeltier ist das drittgrößte in Europa vorkommende Nagetier. Bei Wanderungen in den Alpen sieht man die Nager ab und zu auf einem Stein oder kleinen Hügel sitzen und Wache halten. Bei Gefahr stoßen sie einen hellen, lauten Pfiff aus und verschwinden in ihren Erdlöchern. An Stellen mit viel Publikumsverkehr sind die Alpenmurmeltiere manchmal weniger scheu. So gelang dieses Bild mit einem Weitwinkelobjektiv aus nächster Nähe. Durch die Verwendung des Weitwinkels kann man sehr schön die Alpenlandschaft mit in das Bild einbeziehen.

Februar 2017

Das Motiv des Kalenderblattes vom Februar 2017 wurde in Maremma (Mittelitalien) aufgenommen. Es zeigt einen Eichelhäher (Garrulus glandarius), der auf einem teilweise mit Moos bewachsenen Ast sitzt, welcher vom Betrachter aus senkrecht bis zum linken oberen Bildrand und waagerecht über die rechte Bildhälfte ragt. Er hat seinen Kopf nach rechts gedreht. Gut zu erkennen sind sein schwarz-weiß gestricheltes Oberköpfchen mit den schwarzen Wangenstreifen, dem kurzen grau-schwarzen Schnabel und dem sichtbaren rechten Auge mit seiner bläulich-grauen Iris. Der Eichelhäher hat dem Betrachter seinen rosa-braunen Rücken mit den schwarz-braunen Flügeln und einem auffallenden weißen Flügelfleck sowie den hübschen blau und schwarz gebänderten Federchen am Flügelbug zugewandt. Sein schwarzer Schwanz wirkt wie ein halb geöffneter Fächer. Der von Grün- in Brauntöne übergehende, verwischte Hintergrund des Bildes lässt bei genauerer Betrachtung auf der rechten Bildseite den Stamm eines Baumes vermuten.

Kalenderblatt Februar 2017 - Eichelhäher


Anmerkung des Fotografen:

Der Eichelhäher ist ein Vogel aus der Familie der Rabenvögel. Obwohl er gerne an die Winterfütterung kommt, ist er doch recht scheu und dazu auch noch schlau. Das macht das Fotografieren gar nicht so einfach. Aus fotografischer Sicht gehört er sicherlich zu den interessanten Motiven, da er – vor allem aus der Nähe betrachtet – sehr bunt ist.

Januar 2017

Das Motiv des Kalenderblattes vom Januar 2017 wurde in Sachsen-Anhalt aufgenommen. Es zeigt einen Mäusebussard (Buteo buteo), der auf einem gegabelten Aststück sitzt, welches teilweise mit Moos bedeckt ist, an dem er sich mit seinen gut sichtbaren hornfarbenen Krallen festhält. Der Körperbau des Bussards wirkt kompakt. Seinen Kopf neigt er vom Betrachter aus zur rechten Bildseite, sodass nur ein Auge mit seiner gelblichgrauen Iris erkennbar ist. Die Gefiederfärbung variiert über ein Weiß bis hin zu einem Dunkelbraun. Der hakenförmig gebogene Schnabel ist schwarz und geht in Richtung Kopf in einen gelblichen Farbton über. Zu sehen ist auch ein Teil seines kurzen, breitgefächerten Schwanzes. Der Hintergrund des Bildes ist in einem Taubenblau gehalten.

Kalenderblatt Janaur 2017 - Mäusebussard


Anmerkung des Fotografen:

Der Mäusebussard gehört zu den häufig vorkommenden Greifvögeln in Deutschland. Diese recht hohe Bestandsdichte soll aber nicht über die Schwierigkeit hinweg täuschen, diese Vögel nahe genug vor die Linse zu bekommen. Er hat wie alle Greifvögel hervorragende Augen, kaum etwas was ihm entgehen könnte. Selbst eine kleine Maus kann er aus sehr großer Höhe sehen. Für den Fotografen heißt das – gut verstecken und vor allem deutlich vor dem Vogel an der Lokation sein. In der Regel beginnen solche Ansitze im Dunkeln und enden auch erst, wenn kein Vogel mehr in Sicht ist. Der Winter ist eine gute Zeit, Bussarde zu fotografieren. Die Entfernung betrug hier etwa 12 Meter.

Dezember 2016

Das Motiv des Kalenderblattes vom Dezember 2016 zeigt einen Braunbären (Ursus arctos) und wurde in Lentiira (Finnland) aufgenommen. Der stämmige Bär, welcher mehr als die Hälfte des Blattes einnimmt, steht inmitten einer Blumenwiese. Er hat seinen massiven Kopf mit den aufgerichteten runden Ohren, seinen sehr kleinen braunen Augen und der langgestreckten, leicht geöffneten Schnauze vom Betrachter aus zur rechten Bildseite gewandt. Gut zu erkennen sind die kräftigen Vordergliedmaßen sowie ein Teil des Rumpfes. Sein langes, dichtes Haarkleid zeigt sich in verschiedenen Farbschattierungen. Sie reichen von einem Schwarz über ein Dunkelbraun bis hin zu Gelb-Braun-Tönen am Kopf des Bären. Der Bildhintergrund stellt sich in verwaschenen Grüntönen von Hell- bis Dunkelgrün dar.

Kalenderblatt Dezember 2016 - Braunbär


Anmerkung des Fotografen:

Vielleicht ist die Begegnung mit einem Braunbären eine der nachhaltigsten Erlebnisse für einen Tierfotografen. Dieses sehr große Männchen habe ich nachts gegen 2 Uhr in Finnland, nahe der Russischen Grenze fotografiert. Im Sommer sind die Nächte im Norden hell. Der Bär kam meinem Versteck sehr nahe. Die meisten Menschen fragen, ob man dabei nicht Angst empfunden hat. Man muss sich vorstellen, dass man mehrere Nächte in Verstecken zubringt, um genau diese Szene zu erleben und zu fotografieren. Wenn es dann soweit ist, verhindert wohl das Adrenalin im Körper die Angst. Ich war in dieser Situation sehr aufgeregt und empfand sicher Respekt und so eine Art Demut – Angst eher nicht.

November 2016

Das Motiv des Kalenderblattes vom November 2016 wurde in Sachsen-Anhalt aufgenommen. Es zeigt einen Bienenfresser (Merops apiaster). Er sitzt vom Betrachter aus in der linken Bildhälfte auf einem gegabelten Holzstück. Man hat den Eindruck, er schaut sein Gegenüber direkt an. Der Bienenfresser ist ein auffallend bunter Vogel mit einem türkisen Brust- und Bauchbereich. Durch sein buntes Gefieder wirkt er wie ein Exot. Der Kinnbereich ist gelb mit einer schmalen schwarzen Umrandung. Auch im Augenbereich findet sich ein schwarzer Streif. Die Federn des Oberkopfes sind rostbraun. Der schwarze Schnabel ist lang und leicht gebogen. Im Hintergrund sieht man einen zweiten sich im Flug befindlichen Bienenfresser, der wahrscheinlich gerade mit der Nahrungsbeschaffung beschäftigt ist. Seine Schwingen richten sich nach unten und muten wie ein geöffneter Fächer an. Trotz der vom Fotografen beabsichtigten Unschärfe sind die vielfältigen Farben des Bienenfressers sehr gut zu erkennen. Der Hintergrund des Bildes stellt sich insgesamt in verschiedenen Grüntönen dar.

Kalenderblatt November 2016 - Bienenfresser


Anmerkung des Fotografen:

Für den Tierfotografen ist es ein Segen, dass es diese Vögel praktisch vor der Haustür gibt. Die Bienenfresser gehören sicherlich mit zu den beeindruckendsten einheimischen Vögeln. Sie brüten in einer Kolonie, d. h. dass man als Fotograf meist mehrere Individuen vor der Linse hat. Ihr Nest befindet sich in tief gegrabenen Brutröhren, meist in Steilhängen. Selbst wenn man nicht fotografiert macht das Beobachten viel Freude, denn die Bienenfresser sind wahre Flugkünstler. Akrobatisch jagen sie größeren Insekten nach. Nicht selten fliegen sie dabei senkrecht nach oben – das können die meisten Vögel gar nicht. In Sachsen-Anhalt sind Bienenfresser nicht so selten. Inzwischen lebt über die Hälfte der Deutschen Bienenfresserpopulation hier. Von Mitte Mai bis August/September kann man sie in Deutschland beobachten.

Oktober 2016

Das Motiv des Kalenderblattes vom Oktober 2016 wurde in Grimma (Sachsen) aufgenommen und zeigt einen Schwarzspecht (Dryocopus martius) bei der Fütterung. Vom Betrachter aus gesehen, ist die rechte Bildhälfte gänzlich durch einen Stamm der Buche ausgefüllt, wobei im linken oberen Teil des Stammes die ovale Bruthöhle zu erkennen ist, aus der gerade ein Jungspecht mit seinem weit geöffneten elfenbeinfarbenen spitzen  Schnabel herausschaut. Sein schwarzes Köpfchen mit der fleischfarbenen Kopfplatte richtet sich vom Betrachter aus nach links, sodass nur das linke Auge mit seiner schwarzen Iris erkennbar ist. Außen klammert senkrecht unterhalb des Einflugloches ein Schwarzspechtmännchen. Es ist an seinem rot gefärbten Scheitel zu erkennen, der vom Schnabel bis zum Nacken reicht. Es hat rabenschwarzes Gefieder, eine weiße Iris und einen weißlichen langen, spitzen Schnabel, der an der Spitze eine dunkle Färbung zeigt. Sein Köpfchen mit dem langen Hals ist schräg nach hinten gelehnt. Im linken Teil des Bildes sind in einem verwischten hellgrün die in Sonnenlicht getauchten Blätter der Buche zu erkennen.

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Anmerkungen des Fotografen:

Spechte sind normalerweise keine seltenen Tiere in Deutschland – bis auf den Schwarzspecht. Seinen Ruf kennt wohl jeder, der schon einmal in Deutschlands Wäldern unterwegs war, gesehen haben ihn die wenigsten Menschen. Seine Bruthöhlen sind recht groß und meist sehr hoch gelegen. Außerdem ist der Schwarzspecht ein sehr scheuer Vogel. Das macht es schwer, ihn zu fotografieren. Das Bild ist aus einem Versteck heraus aufgenommen.

September 2016

Das Motiv des Kalenderblattes vom September 2016 wurde in Gerbstedt (Sachsen-Anhalt) aufgenommen. Es zeigt eine Dorngrasmücke (Sylvia communis). Der kleine Vogel sitzt auf einem Baumstumpf, der sich vom linken Bildrand bis zur Bildmitte zieht. Er ist seitlich vom Betrachter aus mit Blick nach links zu erkennen. Sein Köpfchen ist blaugrau. Das sichtbare linke ockerfarbige Auge wird von einem dünnen weißlichen Augenring umrandet. Der Schnabel ist kurz und spitz. Die Oberseite des Schnabels ist grau, die Unterseite weist eine gelblich-graue Färbung auf. Die Kehle ist mit weißen Federn abgesetzt. Die Rückenfedern zeigen sich in einem matten Braunton. Die Federn der Flügel sind schwarz und von breiten rostbraunen Säumen umrahmt. Die Unterseite zur Flanke hin zeigt sich in einem hellbraunen Farbton. Der Schwanz ist relativ lang, dunkel und weiß gesäumt. Die Extremitäten sind orangebraun und besitzen vier Zehen, von denen jeweils eine Zehe nach hinten und drei nach vorn zeigen. Der Hintergrund des Bildes stellt sich in einem verwaschenen grünen, teilweise beigen Farbton mit einzelnen zu erkennenden Gräsern dar.

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Anmerkung des Fotografen:

Die Dorngrasmücke ist ein, auf den ersten Blick, unscheinbarer Vogel. Schaut man genauer hin, ist er aber doch recht hübsch. Meistens versteckt er sich im dichten Buschwerk. Die meisten Menschen werden ihn eher gehört als gesehen haben, denn er singt – wie alle Grasmücken – sehr schön und laut. Das Besondere an dem Bild aus Fotografensicht ist, dass der kleine Vogel sein Versteck verlassen hat und sich halbwegs auf freies Terrain begeben hat. So frei bekommt man diesen Vogel selten zu sehen.

August 2016

Das Motiv des Kalenderblattes vom August 2016 wurde im BFW Halle aufgenommen. Es zeigt drei junge Waldohreulen (Asio otus), die dicht nebeneinander auf einem relativ dicken Ast inmitten eines Lindenbaumes sitzen, welcher sich quer von der linken zur rechten Bildseite zieht.  Man hat den Eindruck, dass sie ihren Betrachter neugierig beobachten.  Die linke Jungeule  sitzt seitlich und ist teilweise von Blättern verdeckt, sodass man nur einen Flügel und das schräg hinter einem Blatt hervorschauende Köpfchen mit einem kleinen, steil aufgerichteten Federohr rechts erkennt. Die in der Mitte sitzende kleine Eule hat ihre hellbraunen Flügel, die eine rindenähnliche Marmorierung zeigen, dicht um ihren zierlichen Körper geschlungen, was wie ein Schal anmutet. Die ganz rechts sitzende Jungeule schaut mit ihren orangegelben Augen über ein Blatt hinweg. Direkt neben ihr gabeln sich zwei Äste. Der Bildhintergrund ist teilweise in einer gelblich-grünen Unschärfe gehalten. Über das gesamte Bild sind die satten grünen Blätter der Linde mit ihren gelben Blüten verteilt.

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Anmerkung des Fotografen:

Eulen, egal welcher Art, sind immer ein fotografisches Highlight. Die jungen Eulen verlassen irgendwann das schützende Nest, sind aber nur sehr eingeschränkt oder noch gar nicht flugfähig. Diese Phase ist die sogenannte Ästlingsphase. Die Eulen turnen auf den Ästen der Bäume herum und sind dadurch recht gut zu sehen und zu fotografieren. Sobald sie richtig fliegen können, fliegen sie davon und sind genauso scheu wie man es von anderen großen Vögeln gewöhnt ist. Dann wird es weitaus schwerer die Tiere vor die Kamera zu bekommen.

Juli 2016

Das Motiv des Kalenderblattes vom Juli 2016 wurde in Raná in der Tschechischen Republik aufgenommen. Es zeigt ein Europäisches Ziesel (Spermophilus citellus), welches gerade mit der Nahrungsaufnahme beschäftigt ist. Das Ziesel befindet sich vom Betrachter aus auf der linken Bildseite. Deutlich zu erkennen ist der Kopf mit seiner breiten, flachen Stirn. Da das Ziesel seitlich aufgenommen wurde, ist nur sein rechtes, ausgesprochen großes Auge zu sehen, das seitlich am Schädel sitzt. Aus dem dichten, relativ grob wirkenden, kurzen, gelbgrauen Fell, mit nur undeutlich erkennbaren weißgelben Flecken, ragt das sehr kleine, weit hinten, flach am Schädel anliegende Ohr heraus. Im Bereich der kurzen, abgerundeten Nase zeigen sich lange schwarze Tasthaare. Das Ziesel umfasst mit seinen beiden Vorderpfoten, an denen jeweils drei Zehen mit sehr langen Krallen zu erkennen sind, eine wie eine vielblättrige Lupine anmutende Wiesenpflanze mit drei lila Kronen, von denen es die mittlere abgebrochen hat und in seinen Pfoten hält, um sie zu verzehren. Der Bildhintergrund ist in einem verwischten Sandton gehalten, wobei angedeutet einzelne Gräser zu erkennen sind.

Monatsblätter_1


Anmerkung des Fotografen:

Ziesel sind leider in Deutschland ausgestorben. Dabei sind es recht putzige Tierchen, die wenig Scheu vor Menschen zeigen. Durch ihre geringe Größe sind sie aber gar nicht so leicht zu fotografieren. Meist verschwinden sie im Gras und der Fokus der Kamera hat Probleme das Tierchen zu erfassen. Bei diesem Bild konnte ich aus der Not eine Tugend machen. Die tiefe Kameraperspektive bezieht das trockene Gras im  Vordergrund sehr schön in die gesamte Bildkomposition ein. Es entsteht somit ein Schärfeverlauf von unscharf (Vordergrund) zu scharf (Hauptmotiv) zu unscharf (Hintergrund).