Tag 17

Aberget – mit einem Kringel über dem A

Siebzehn/dreizehn. Das ist nicht etwa ein Handballergebnis sondern beschreibt das Verhältnis gelaufener Tage zu denen, die wir noch vor uns haben. 17:13 und morgen um die Zeit 18:12, und so weiter. Ich finde das eine sehr sympathische Art sich die paar Tage die wir noch vor uns haben klein zu rechnen. Und wie muss da erst 21:9 oder gar 29:1 in uns euphorische Gefühle hervorrufen?
Heute nahm die bereits in einem früheren Bericht erwähnte Dichte an Wohnmobilen rapide zu – vorranging waren sie deutschen Ursprungs. Grund dafür könnte eine Straße sein, die vom Bottnischen Meerbusen kommt. Man käme wohl auch auf finnischem Territorium nach Norwegen und somit ans Nordkap, aber wer weiß…?
Mit dem Strom der Womos kreuzten auch zwei Laktatfreunde aus NRW unseren Weg, die sich mit ihrem Projekt „Für Kids zum Kap“  für den Deutschen Kinderschutzbund radelnd engagieren. Beide starteten in Schwalm, fuhren über Dänemark nach Schweden (erst auf der Straße entlang des Meerbusens, nach mehreren beinah-Unfällen dann doch lieber auf unsere Route), wollen weiter zum Nordkap und fliegen dann vom Norden Norwegens wieder zurück. Nach etwas small talk und gegenseitiger Ablichtung wünschten wir einander gute Fahrt und guten Lauf.
Heute meinte es Petrus ausgesprochen gut mit uns: Rückenwind und 24 Grad bei lockerer Bewölkung. Doch bei Hälfte der Etappe meldete sich bei mir „eine alte Kriegsverletzung“ vom Krieg am Rennsteig. Beim diesjährigen Supermarathon über 72,7km packte mich ca. 8 Kilometer vor Ende des Rennens der Ehrgeiz als mir ein Zuschauer zurief, dass eine Gruppe von drei Läufern nur 30 Sekunden vor mir lag. Wenn ich es schaffe aufzulaufen konnte ich vielleicht noch neunter werden. Gedacht, gemacht, ich hatte zwei von ihnen bei Kilometer 6, ging sofort vorbei (ihr wisst schon, die Psychokiste) obwohl ich schon dunkelblau angelaufen war und biss mir am letzten der Gruppe beinahe die Zähne aus. Der wollte bestimmt auch eine gute Platzierung haben und so war ich bei Kilometer 70 und 71 gezwungen alles, aber auch wirklich alles zu geben. Doch trotz des vielen Adrenalins spürte ich wie ein Schmerz von meinen Lenden rechts unterhalb des Brustkorbes hochkroch und dort stecken blieb. Nach dem Rennsteig habe ich gefaulenzt und gehofft, dass die Sache damit vorbei wäre, doch leider ist sie das nicht. Welcome back pumpkin, und leider habe ich momentan gar keinen Plan was ich da machen soll. Mal sehen was sich mein Körper ausdenkt, ich trinke bis dahin erst mal Tee und grüße alle Leser.

Euer Truman, ähh, Holgerson. 

Kathrin und Xavi 
 

Kathrin und Xavi

 Berufsperspektiven für Menschen mit Seheinschränkungen