Tag 16

Arvidsjaur

Durch einen ausgesprochenen Kraftakt bringen wir die heutige West-Ost Passage von Heden nach Arvidsjaur hinter uns. Bis zum Mittag begleitete uns wieder ein äußerst launisches Wetter, Tief Karin, nehme ich an. Doch dann folgte Hoch Hannes und wir zerfließen beinahe. Jetzt sitzen wir am Arvisdjaursjön und halten die Füße in die Wellen. Wir sind müde, sehr müde und wie Prophet Steffen gestern voraussagte geht es jetzt erst richtig los. In drei, vier Tagen kommt vielleicht ein Punkt an dem uns klar wird, dass es noch sehr, sehr weit ist bis zum Nordkap und wir uns bei zu laufenden 11, 10 oder auch 9 Tagen im projektchronologischen Niemandsland befinden, etwa so wie der FC Schalke in der abgelaufenen Bundesligasaison. Dann müssen wir uns was einfallen lassen, um unser Unterbewusstsein zu überlisten. Eventuell könnte, okay, das klingt ziemlich dämlich, eventuell könnte ein kleines physisches Zipperlein helfen den Fokus auf selbiges zu legen, uns abzulenken von einem so niederen Problem wie unserer MOTIVATION. Gut, dass wir hier nicht bei wünsch-dir-was sind sonst käme ich noch in die Versuchung den Lauf so angenehm wie möglich zu gestalten.
Protokoll der nicht mehr lebendigen Tiere: drei tote Schlangen am Straßenrand. Würde mich nicht wundern wenn die erfroren wären. Zwei tote Spatzen. Hmmh. Ein toter Hecht mit stattlichem Gewicht in der Bratpfanne. Der Verantwortliche dafür ist uns bekannt.  
Zu Beginn meiner Berichterstattung hab‘ ich den interessierten Leser immer mal mit kleineren Laufdaten versorgt. Der nicht interessierte Leser befand sich zu der Zeit dann öfter mal in Böhmen. Um die Sache ganz fett zu machen, A3K-Rodrigo versorgte uns mit einer GPS Uhr, deren Erwerb ich bisher aus verschiedenen Gründen abgelehnt hatte: Kostenfaktor, brauch ich nicht, komme auch mit Pulsuhr und Rad vermessener Heiderunde ans sportliche Ziel. Außerdem merkte ich, dass wenn wir in der Gruppe Longjog machten es bei 3 Uhren 3 verschiedene Werte gab. Da dachte ich mir, das Ding müsste eigentlich genauer sein… Jetzt haben wir es und ich bin froh drum. Das Modell heißt FR 610 und ist von Garmin. Bisher gibt es keinen Grund zu Klagen. Intuitive Menüführung, Touchscreen mit sehr gut funktionierender Haptik und die Buttons mit sattem Druckpunkt. Die Uhr soll 8 Stunden im GPS Modus laufen und tut dies auch. Nach unserem längsten Lauf von 6h52min hatte sie noch 10% Akkuleistung zu bieten. Für uns also genau richtig. Na, und die Auswertung im Rechner mit grafischer Darstellung und anderen Schmeckerchen ist ja auch eine ganz nette Spielerei. Aber der Markt ist groß und ihr lasst euch da besser vom Fachmann beraten.
Was mach´n wir denn morgen? Aufstehen gegen 7 Uhr, Kaffee, Flaschen präparieren, Beißerchen putzen, Anhosen, Start. Meist 8km Abschnitte, dann Trinken und Obst, Arbeitsende gegen 15:30 Uhr. Schlafplatz suchen, Schlafplatz finden, waschen, essen, essen, essen, Blog schreiben, mit Xavi spielen, vom Ziel träumen, lesen, Film gucken, mit den Lieben dahoam telefonieren, Holger nix verstehen wenn Steffen Sonnebergisch spricht. Bett. Gute Nacht.

Euer Holgerson   

Holzfiguren mit Aufschrift Lappland

Willkommen Lappland

 Berufsperspektiven für Menschen mit Seheinschränkungen