Mitteldeutsche 28.09.06 Kunst entführt in eine dunkle Welt

Ausstellung zum Thema Blindheit und Sehbehinderung - Exponate sind bis Ende Oktober zu sehen

Wie nehmen Blinde und Sehbehinderte eigentlichihre Umwelt wahr? Diese doch schwierige Frage haben sich 13 Schüler des Wettiner Burggymnasiums gestellt und versucht, mit Kunst zu beantworten.

Derzeit werden unter dem Thema "Blindheit und Sehbehinderung" in zwei Geschäftsräumen der Barmer-Krankenkasse ihre Arbeiten ausgestellt. Allesamt erstellt wurden die Entwürfe zu einer Projektwoche anlässlich eines Wettbewerbs, welcher durch die Stadt Halle und das Berufsförderungswerk Halle (BFW) ausgeschrieben wurde.

"Die große Aufgabe bestand darin, Augenerkrankungen für nicht betroffene Menschen erlebbar zu machen und somit die Sinneswelt von visuell eingeschränkten Menschen verstärkt in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken", fasste Elke Busching den Wettbewerbsgedanken zusammen. Natürlich seien die Schüler auf das Thema nicht vorbereitet gewesen. Kurzerhand wurden sie deshalb in das BFW Halle eingeladen, wo sie ihre ganz eigenen Erfahrungenin der "Sensorischen Welt" sammeln konnten. Dazu bekamen die Schüler Gelegenheit, sich in völlig abgedunkelten Räumen zu bewegen und somit quasi in die Welt blinder Menschen einzutauchen.

In der Dusterheit wurden Tätigkeiten wie das Telefonieren oder das Ertasten von Gegenständen erprobt. "Die Schüler bemerkten, wie wichtig unser Augenlicht im Alltag ist", sagt Busching und lobt, dass die gezeigten Plakate, zumeist Malereien in Kombination mit Scherenschnitten, von einer sehr intensiven Auseinandersetzung zuegen.

Die Ausstellung in der Merseburger Straße 237 ist noch bis 31. Oktober geöffnet.

von Michael Deutsch

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