Steffen Klitschka - ein Extremsportler am BFW Halle - Gegenwart 3/2005
"Auch als sehbehinderter Mensch darf man nicht aufgeben" ist die Botschaft von Steffen Klitschka, Extremsportler und Rehabilitand im Berufsförderungswerk Halle (Saale).
Eine angeborene Augenkrankheit zwang ihn zur beruflichen Neuorientierung. Momentan absolviert er eine blindentechnische Grundrehabilitation, um sich anschließend zur Fachkraft für Telekommunikation ausbilden zu lassen.
Die zahlreichen Gäste, die sich zu seinem Vortrag eingefunden hatten, konnten gespannt lauschen, wie Herr Klitschka mit südthüringischem Charme und Witz seine drei großen Leidenschaften vorstellte: Bergsteigen, Felsklettern und Laufen.
Der Start dazu war denkbar einfach: "Die Mädels standen eher auf sportliche Typen, also begann ich zu Laufen; Schuhe an und los ging’s." Sofort vom Lauffieber gepackt, wurde er bereits 12 Wochen später Kreismeister im Crosslauf und sechs Monate später Bezirksmeister über 5.000 m. Er kann mit Stolz auf mehrere Titel, wie Vizelandesmeister im 100 km-Lauf und DDR-Meister im 24 Stunden-Lauf zurückblicken und bestritt 22 Marathons davon 12 im Ausland.
Seit sieben Jahren geht der gelernte Möbeltischler Bergsteigen und Felsklettern.
Nach Lauf- und Bergsteigetouren in Korsika, Australien und Afrika folgten die Gletscherbegehung des Mont Blanc und die Besteigung des Mont Everest bis zu einer Höhe von 7.000 m.
Er schildert es als unbeschreibliches Gefühl über den Wolken zu stehen, erfreut sich an allem, was er noch sehend erleben kann und will sich auch in Zukunft noch viel Anschauen bevor er erblindet.
Seine Botschaft: Kein Aufgeben als sehbehinderter oder blinder Mensch, kein Verstecken.
Steffen Klitschkas größte Leidenschaft ist das Laufen. Schon vor langer Zeit kam ihm der Gedanke, die damalige DDR von Süd nach Nord zu durchqueren, doch erst im Juli/August 2004 machte er sich zusammen mit einem Freund auf die Tour von Sonneberg zum Kap Arkona, wobei ihn seine Familie mit einem Bus begleitete. Geplant waren 10 Lauf- und zwei Ruhetage. Maximal 60 km am Tag wollten die beiden Freunde laufen und dann dort übernachten, wo man eben gerade steht.
Als sein Partner wegen vieler Blasen an den Füßen eine längere Pause machen musste, wurde Klitschka von seiner Frau und seinem 11-jährigen Sohn mit dem Fahrrad begleitet. Außerdem waren sie für die Verpflegung zuständig: Alle sieben km gab es Obst, Brausetabletten und Schüttwasser für über die "Rübe".
Letztlich wurden es 13 Lauftage mit insgesamt 725 km. Sein nächstes großes Ziel ist das Ablaufen der Chinesischen Mauer, die eine Länge von über 2.800 km hat. In 12 Wochen will er das Vorhaben schaffen. Wir wünschen unserem sympathischen Ausnahmesportler Steffen Klitschka viel Erfolg dabei!









