Höhepunkte der Festwoche

Torballturnier, Blinde fahren Auto, Marathon auf der Chinesischen Mauer... so war es

Integratives Torballturnier

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Es

war alles ganz anders – aber es hat allen viel Spaß gemacht!   Sehende in einer Ballsportart gegen Blinde, das klingt nach Unfairness und feststehendem Spielausgang. Aber es kam alles ganz anders. Aus Anlass des 20-jährigen Bestehens des Berufsförderungswerkes Halle trafen sich beruflich bzw. in Gremien für die Belange blinder bzw. sehbehinderter Menschen engagierte Sehende mit den Betroffenen, um im Torball die beste Mannschaft zu ermitteln.

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Torball ist eine traditionelle Mannschaftssportart für Blinde und wird mit einem Klingelball gespielt, der die ausschließlich akustische Orientierung im Spielverlauf ermöglicht. Zum Handicapausgleich spielten bei diesem integrativen Turnier alle Sehenden mit einer Augenbinde. Das "Duell" lautete also "blinde Profis" gegen "sehende Laien". Am Turnier, welches unter der Schirmherrschaft der Oberbürgermeisterin, Frau Dagmar Szabados, stattfand, nahmen die Agentur für Arbeit/ARGE SGB II Halle, der Sozial-, Gesundheits- u. Gleichstellungsausschuss der Stadt Halle, der PRSV Halle

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(Profis!), das BFW Halle, das LBZ Halle, eine Mannschaft von Hilfsmittelanbietern, Wellcome Ladyfitness sowie der Rotaract Club aus Halle teil.

Bei der Siegerehrung, die von der Geschäftsführerin des BFW Halle ,Frau Kerstin Kölzner, vorgenommen wurde und beim sich anschließenden gemeinsamen Abendesse brachten alle Teilnehmer ihre Begeisterung zur Veranstaltungsidee zum Ausdruck und versprachen wieder zu kommen, um am Spiel und "Sinneswandel" erneut teilzunehmen. Das "Duell" gewannen letztendlich die "blinden Profis", die im spannenden Wettkampf aber auch Tore zulassen und Punkte abgeben mussten und den Ergeiz der "sehenden Laien" deutlich spüren konnten.

Event: "Blinde fahren Auto"

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Nordschleifenwetter am Sonnabend in Großkugel und zum Teil auch dröhnende Motoren, Autos, die mit hoher Geschwindigkeit den nassen Parcours bewältigen. Am Steuer blinde und sehbehinderte Menschen, die mit Hilfe erfahrener Fahrlehrer am Wochenende einmal Gas geben konnten.

Unterstützt wurde die Aktion von der Fahrschule Quartett und dem Volkswagen Zentrum Halle. Die drei Fahrlehrer überzeugten durch viel Einfühlungsvermögen und drehten geduldig eine Runde nach der anderen auf dem abgesperrten

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Gelände nahe der A9. Die blinden und sehbehinderten AutofahrerInnen hatten jede Menge Spaß und in einigen schlummerten auch Rennfahrergene. Cindy Laqua (siehe Foto) durchfuhr die große Pfütze als erste mit viel Speed mit dem roten VW Golf vom Volkswagen Zentrum Halle. Ronny Gohlke (beide sind Rehabilitanden im BFW Halle) zeigte, dass auch der BMW der Fahrschule Quartett ordentliche Fontänen erzeugen konnte. Am Ende war es für alle Beteiligten eine tolle Erfahrung und die Fahrschullehrer bemerkten, dass die Probleme beim Anfahren und das Gefühl für Kupplung, Gas und Bremse sich nicht von normalsichtigen Fahranfängern unterscheiden.

Marathon auf der Chinesischen Mauer

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Im Rahmen unserer Aktivitäten in der Festwoche hatten Rehabilitanden und Mitarbeiter am 25.09.10 die Möglichkeit, von Steffen Klitschka, ehemaliger Rehabilitand und Extremsportler, zu erfahren, was ihn motivierte, um an einem Extremmarathon auf der Chinesischen Mauer teilzunehmen und wie man es dann schafft, als einziger stark sehbehinderter Teilnehmer unter 150 normalsichtigen Läufern 25. zu werden.

In Wort und Bild schilderte Steffen Klitschka sehr eindrucksvoll die außergewöhnlichen Strapazen, u. a. die 18000 Stufen, viele Höhenmeter und ständig wechselnde Untergründe, die besonders für ihn als Sehbehinderten zusätzliche Herausforderungen darstellten.

Allen Zuhörern war anzumerken, das hier ein Mensch zu ihnen spricht, der Herausforderungen mag und den sein Handicap als Sehbehinderter nicht davon abhält, seine sportlichen Träume zu verwirklichen.

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Vertrauend auf seine mentale Stärke will Herr Klitscha gemeinsam mit sehenden Helfern auch sein nächsten Wagnis, einen 2300 km langen Lauf zum Nordcap, ins "Auge fassen".

Ihre Ansprechpartnerin:

Elke Busching

Kontakt- und Clearingstelle
Elke Busching

Tel.: 0345 1334-666

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 Berufsperspektiven für Menschen mit Seheinschränkungen