Sport als Fitmacher für den Beruf

Das Berufsförderungswerk Halle (Saale)nutzt Sport als Mittel zur Förderung sportmotorischer und psychosozialer Kompetenzen von Erwachsenen mit Sehschädigungen, um vor allem im späteren Berufsleben besser bestehen zu können. Dabei wird das Sportangebot der Einrichtung ausgebaut und wissenschaftlich auf seine Wirkungen überprüft.

Die Ergebnisse dieses innovativen Forschungsprojekts sollen zukünftig in die Vermittlung von Bewegungs- und Sportangeboten von Bildungseinrichtungen sehgeschädigter Jugendlicher und Erwachsener einfließen und somit die Teilhabe im Beruf und Sport verbessern.
Bewegung und Sport ist gut für Körper und Geist und kann auch die Durchsetzungsfähigkeit und Ausdauer im Berufsleben positiv unterstützen. Solche oder ähnliche pauschale Aussagen sind weitverbreitet und klingen plausibel, wissenschaftlich gesichert sind sie allerdings häufig nicht. Vor allem nicht bei jugendlichen und erwachsenen Menschen mit Sehschädigungen. So bleibt unklar, welche Sportangebote in welcher Häufigkeit bei welchen Trainingsinhalten möglicherweise die erwünschten Wirkungen für eine bessere Teilhabe in Alltag und Erwerbsleben erzielen. Diese Unklarheit nahm das Bundesministerium für Arbeit und Soziales  (BMAS) zum Anlass, ein groß angelegtes Forschungsprojekt zum Sport von Rehabilitanden in Berufsförderungs- (BFW) und Berufsbildungswerken (BBW) für Menschen mit Sehschädigungen zu initiieren. Dabei werden u.a. wöchentlich etwa drei zusätzliche Sportangebote vorgehalten und wissenschaftlich auf die Wirkungen vom Forschungsinstitut für Inklusion durch Bewegung und Sport, einem An-Institut der Deutschen Sporthochschule Köln überprüft. Am Projekt nehmen die BFWs Düren, Mainz und Halle (Saale) sowie das BBW Stuttgart teil.
Die Sportangebote Fitness- und Zirkeltraining, sowie verschiedene Ballsportarten (z.B. Volleyball) laufen bereits seit einigen Monaten und machen allen Beteiligten großen Spaß. Die Übungsleiterin Dr. Kati Dürrenfeld hat mit großer Freude und Engagement die Aufgabe übernommen, die, für sie unbekannte Trainingsgruppe, anzuleiten. „Wir sind sehr froh, dass wir an diesem Projekt teilnehmen dürfen und beeindruckt, dass unsere Rehabilitanden so engagiert und ausdauernd die Sportangebote nutzen“, zeigt sich André Kunnig vom BFW Halle begeistert vom bisherigen Projektverlauf. Er hat als Projektkoordinator einen guten Überblick über die Sportaktivitäten „seiner Sportler“  und weiß somit, wovon er spricht. „Bei einigen kann man klar erkennen, dass sie in ihrem gesamten Auftreten selbstsicherer geworden sind“, stellt er subjektiv bereits Wirkungen der gezielten Sportangebote fest. Dass sich positive Effekte auf Motorik und Selbstbewusstsein auch wissenschaftlich nachweisen lassen, hoffen Privatdozent Dr. Rainer Schliermann und Dr. Volker Anneken vom FiBS. Sie führen in regelmäßigen Abständen sportmotorische und psychosoziale Testungen bei den Teilnehmern durch und arbeiten mit ihrem Team daran, aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten. „Die Sportangebote basieren auf einem theoretisch-didaktischen Grundkonzept, das die Übungsleiter engagiert umsetzen. Wir finden es auch toll, wie gut die Sportteilnehmer in Halle mitziehen“, freut sich Schliermann über das Sportprojekt in Halle. Er und sein gesamtes Team freuen sich schon jetzt auf die Auswertung der vielen gesammelten Daten. Dann können vielleicht auch zukünftige Rehabilitanden des BFW von den Ergebnissen und Eifer ihrer „Vorgänger“ profitieren und noch gezielter im Sport gefördert werden.

Ihre Ansprechpartnerin:

Elke Busching

Kontakt- und Clearingstelle
Elke Busching

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 Berufsperspektiven für Menschen mit Seheinschränkungen